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Ausstellung: Schulgespräche

Die Ausstellung zeigt eine Videoinstallation, die das umfangreiche Videomaterial des Forschungs- und Ausstellungsprojekts „Junge Muslim*innen in Österreich. Eine sozialanthropologisch-kulturwissenschaftliche Forschung an Wiener Schulen“ thematisch verarbeitet:

Der öffentliche und politische Diskurs über Muslim*innen und „den Islam“ wird dominiert von problematisierenden Darstellungen und der Verbindung mit primär negativ konnotierten Phänomenen wie Flucht und Migration, gesellschaftlicher Segregation, religiösem Extremismus und Gewalt – überwiegend geäußert von Nicht-Muslim*innen. Dem gegenüber bleiben die Stimmen der Muslim*innen in der Öffentlichkeit leise, und die soziokulturelle Vielfalt muslimischen Lebens ist weitgehend unbekannt. 
Die Spannung zwischen Selbstwahrnehmungen von Muslim*innen und problematisierenden bis hin zu offen abwertenden Fremdzuschreibungen hat sich im Verlauf der letzten 15 Jahre in der gesamten „westlichen Welt“ zu einer politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kluft vertieft, die ein friedliches und produktives Zusammenleben gefährdet. Muslimische und nicht-muslimische Jugendliche finden sich in diesem Diskurs kaum wieder. 
Hier setzte das partizipative Forschungs-und Ausstellungsprojekt „Junge Muslim*innen in Österreich“ an. Gemeinsam mit Schüler*innen ab der 6. Klasse AHS sowie mit Lehrer*innen und Direktoren entdeckten und analysierten der Kulturwissenschafter Georg Traska und die Sozialanthropologin Valeria Heuberger die Vielfalt der Lebenswelten und Verhältnisse im sozialen Raum der Schule. Die dabei entstandene Videodokumentation bildet die Grundlage der Ausstellung.

Die Videoinstallation mit 15 thematischen Kurzfilmen stellt den diskursiven Raum der Schule und seiner Mitglieder in unterschiedlichen Gesprächs-und Interviewsettings dar: Schüler*innen interviewen Schüler*innen anderer Klassen und Schulen. Einzel-und Gruppeninterviews werden von den leitenden Wissenschafter*innen geführt. Lehrer*innen verschiedener Fächer leiten Diskussionen in ihrem Unterricht und sprechen untereinander über ihre Sichtweise des Sozialraums Schule und die Herausforderungen in ihren Disziplinen. Direktoren und Vertreter*innen der Schulbehörden formulieren ihre Perspektiven.
Die Kurzfilme befassen sich mit spezifisch muslimischen Themen wie dem Kopftuch, Ramadan, der religiösen Praxis in der Schule; mit Islamischem Religionsunterricht und den Besonderheiten einer islamisch-konfessionellen Schule; aber auch mit Schulkultur in einer weiteren Perspektive und mit den weichen Übergängen zwischen kulturellen, ethnischen und religiösen Zuschreibungen. Die Jugendlichen formulieren ihre Vorstellungen zu aktuellen Geschlechterrollen und sprechen über interkonfessionelle Freundschaften und Beziehungen. Kontextualisiert werden die Filme durch Kurztexte im Ausstellungsraum.


Zum Projekt

„Junge Muslim*innen in Österreich. Eine sozialanthropologisch-kulturwissenschaftliche Forschung an Wiener Schulen“ wurde für das Programm Sparkling Science konzipiert, das die Zusammenarbeit von wissenschaftlicher Forschung und Schule fördert. Georg Traska und Valeria Heuberger gestalten das Projekt als Kooperation des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte sowie des Instituts für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit November 2017 arbeiten sie mit vier Wiener Schulen zusammen.

Projektleiter: Georg Traska
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Valeria Heuberger

Projektbeteiligte Schulen:
Abendgymnasium, Wien 21
BRG/ORG Henriettenplatz, Wien 15
GRG Ettenreichgasse, Wien 10
Islamisches Realgymnasium, Wien 15

https://www.volkskundemuseum.at/schulgespraeche
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